Provinz Posen
 
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 "Gemeindelexikon für das Königreich Preussen von 1905.
Heft V. Provinz Posen"
Karte der Kreise
Die Landkarten wurden nach diversen Vorlagen mit verschiedenen Maßstäben erstellt. Geringe Abweichungen bei der Lage der Orte  können vorkommen. Leider sind nicht alle Wohnplätze enthalten.
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Abschrift aus Gemeindelexikon für die Kreise
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Abschrift aus Gemeindelexikon für die Kreise
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Karte Provinz Posen 1905
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Provinz Posen 1905 (Kreisgrenzen)
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    05/2005 - GM
11 - Kreis Grätz 
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11 - Kreis Grätz
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11 - Kreis Grätz
(ca.45 KB)
12/2004 - GM
26 - Stadtkreis Posen
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26 - Stadtkreis Posen
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26 - Stadtkreis Posen
(ca. 45 KB)
11/2004 - GM
(ca. 60 KB)
(ca. 700 KB)
(ca. 80 KB)
03/2005 - GM
28 - Kreis Posen-West
(ca. 100 KB)
28 - Kreis Posen-West
(ca. 600 KB)
28 - Kreis Posen-West
(ca. 45 KB)
11/2004 - GM
31 - Kreis Schildberg
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31 - Kreis Schildberg
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31 - Kreis Schildberg
(ca. 60 KB)
02/2005 - GM
 
 
 
 
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Günter Mielczarek
 
Provinz Posen
 
Geographisch-statistisch-culturhistorische Beschreibung.
 
Die Provinz Posen besteht aus Theilen, welche ehemals das Königsreich Polen bildeten. Durch die Theilungen Polens in den Jahren 1772, 1793 und 1815 wurde die heutige Provinz Posen dem Königreich Preussen einverleibt. Den nördlichen Theil, auf beiden Seiten der Netze, mit Einschluss der Kreise Deutsch-Krone und Flatow in Westpreussen, und das Gebiet von Brzesz an der Weichsel, bildete das alte Kujawien; dieses hiess nach der Preussischen Besitznahme 1772 der Netze-Destrict. Von diesem wurde jedoch Brzesz ausgeschlossen und kam an Russland. Der übrige Teil der Provinz gehörte zu Grosspolen und fiel bei der zweiten Theilung 1793 an Preussen. In den Jahren 1807 bis 1813 bildete die Provinz vorübergehend einen Bestandtheil des Grossherzogthums Warschau, bis durch die Wiener Congressacte 1815 die im Tilsiter Frieden 1807 abgetretenen Theile des vormaligen Südpreussen an Preussen zurückgegeben wurden. Diese bildeten dann neben dem Netze-District die jetzige Provinz oder das Grossherzogthum Posen.
 
Zur Zeit der Preussischen Besitznahme bedeckten Wälder und Sümpfe weite Landstriche, die jetzt zu fruchtbaren Aeckern und Wiesen umgeschaffen sind. Unter der Regierung Friedrich des Grossen wurde von 1772-1774 die Netze und Brahe schiffbar gemacht und der Bromberger Kanal zur Verbindung beider angelegt. Dieser Kanal bildet eine Wasserstrasse von der Oder zur Weichsel. Ebenso wurde die Brüche im Netzethale ausgetrocknet und dort die Ansiedlung deutscher Bewohner bewirkt. Bedeutende Meliorationen, besonders des Netze- und Obra-Bruches, sowie der Niederungen des Gopla-See's, der Bachorze und Montwey haben unausgesetzt bis zur neuesten Zeit stattgefunden.
 
Der Flächeninhalt der Provinz beträgt 536,51 Qm. mit 1,523,729 Einw. (1861), welche in 142 Städten und 5200 Ortschaften des platten Landes wohnen. Staatlich wird die Provinz in die Regierungsbezirke Posen und Bromberg eingetheilt. Jener enthält 17, dieser 9 landräthliche Kreise. Die grössere Hälfte der Bewohner sind Polen, das deutsche Element ist im Reg.-Bez. Bromberg und Posen, im ersterem in den 4 nördlichen Kreisen Bromberg, Wirsitz, Czodziesen und Czarnikau, im letzterem in den 4 westlichen Grenzkreisen Birnbaum, Meseritz, Bomst und Fraustadt überwiegend; ebenso im Allgemeinen in den Städten.
 
Die Landwirthschaft mit ihren Zweigen ist in den meisten Gegenden die einzige und Haupt-Beschäftigung der Bewohner. Es werden Pferde, kleines Rindvieh, Schweine und Schafe gezüchtet; Producte für den Handel sind: Getreide, Oelfrüchte, Hirse, Flachs, Hanf, Obst, Hopfen, auch etwas Wein und Tabak, namentlich Holz, welches auch als Schiffsbauholz ausgeführt wird. Die Industrie ist noch nicht zu besonderer Entwicklung gekommen, ihrem Aufbühen ist vor Allem die russische Grenzsperre hinderlich.
 
Die Provinz liegt zwischen 32°56 und 36°21 östlicher Länge und 51°?7 und 53°27 nördlicher Breite. Dieselbe grenzt im Norden an die Provinzen Brandenburg und West-Preussen; im Süden an Schlesien und Brandenburg; im Osten an das Königreich Polen und die Provinz West-Preussen; im Westen an Brandenburg.
 
Im Allgemeinen ist das Land eben, von wenigen Höhen unterbrochen, theilweis guter und fruchtbarer Boden, mit Brüchen und vielen Seen. Besonders fruchtbar ist es an der oberen Netze in der Kujawischen Ebene. Ausgedehnte Waldungen sind im Süden der Brahe und Weichsel, an der Brandenburgischen Grenze, zwischen der Netze und Warthe, sowie in der Gegend von Neu-Tomysl.
 
Die Hauptwasserader der Provinz ist die Warthe, der bedeutendste Nebenfluss der Oder. Dieselbe entspringt in Polen, wo sie bei Kolo schiffbar wird und unterhalb Peisern in's Preussische tritt, in westlicher Richtung fliessend. Bei Schrimm nimmt sie eine nördliche Richtung an, welche sie, Posen berührend, bis Obornik beibehält. Von da ab wendet sie sich wieder westlich und verlässt unterhalb Schrimm die Provinz. Rechte Nebenflüsse der Warthe sind: die Netze, die Wrzesnia, Glowna und Wolna; linke Nebenflüsse: die Prosna, welche links den Olobok aufnimmt; die Lutinia, die Moschinka, die Obra mit der Pachlitz und Doyka. Zuflüsse der Netze sind, ausser dem schon erwähnten Olobok, auf dem linkn Ufer: die Gonsawka, rechts die Rakitka und Lebsonka. Die Wechsel berührt die Nordostgrenze der Provinz auf eine kurze Strecke und nimmt links die Brahe auf.
Kanäle sind ausser dem genannten Bromberger, der Nord-Süd-Mittel-Obra-Canal, der Moschiner-, Kostener- und Dzwina-Kanal, alle zur Entwässerung des Obra-Bruches.
Unter den zahlreichen Seen sind der Goplo-, der Skorzenciner- und Powidzer-See die bedeutendsten.
 
Für die Communication ist durch zahlreiche Chausseen gesorgt; auch an Eisenbahnen fehlt es nicht; theils projectirte, theils im Bau begriffene werden zur Hebung der Industrie wesentlich beitragen.
 
Für die geistige Bildung der Bewohner ist durch 1 Priester-Seminar, 6 Schullehrer-Seminare und 9 Gymnasien gesorgt.
 
 
Auszug aus:
 
Adressbuch des Grundbesitzes im Grossherzogthum Posen von 1872
Aus amtlichen Quellen zusammengestellt
Im Verlage der Associations-Verlags-Buchhandlung
F. Bürde & Co.
Berlin, Elisabeth-Ufer 12
August 1872